Kurz nach Cloncurry … nein, kein Anbaugebiet für
gentechnisch veränderte Gewürze… war die Straße gesperrt.
Wir bogen auf den Landsborough
Highway alias Matilda Hwy. nach Süden ab.
Auf unserem
Weg kamen wir durch die bekannte Stadt … äähm Ortscaft .. McKinlay. Hier steht das berühmte Walkabout Creek Hotel,
welches im Film Crocodile Dundee als Kulisse diente. Die Ortschaft an sich … naja, sehr übersichtlich – jenes besagte
Hotel, eine Tankstelle und ein streunender Köter.
Die Strecke nach Winton fuhr sich ja soweit ganz gut, nur
mussten wir dann irgendwann mal wieder Richtung Norden.
In Winton suchten wir erst einmal die lokale
Touristeninformation auf, um uns über die weitere Strecke und aktuelle
Wasserlage schlau zu machen. Die Route nach Hughenden schien uns geeignet.
Die Aussage der Information war, dass es zwar Überschwemmungen
gibt, aber wir es einfach probieren sollten.
Vor dem Besucherzentrum fiel uns ein Mitsubishi Lancer
auf, der anscheinend das gleiche Routenproblem hatte. Wir sagten uns wenn der
durchkommt schaffen wir das auch.
Aber vorher noch schnell was zum verspäteten Mittag einwerfen
und dem Mitsubishi einen Vorsprung geben.
Die Straße hatte eher den Charme eines besseren Feldweges.
An einem Wasserloch kam uns ein Truck entgegen. Wir
warteten natürlich artig. Anschließend brüllte uns der Truker irgndwas von
einem tieferen Loch inmitten der „Pfütze“.
Wir fuhren langsam und vorsichtig durch und … fanden es.
Nach rund 200 km mit diversen Flussdurchquerungen erreichten
wir Hughenden.
Wieder auf der ursprünglichen Route mit dem Gedanken,das
Schlimmste überstanden zu haben, blockierter eine riesige Wasserlache die
Straße. Es standen schon einige Fahrzeuge vor dem Hindernis.
Beim Warten vor dem Wasserloch kam man mit den Leuten ein
wenig ins Gespräch u.a. mit einem österreichischen Päärchen, das sich auf einer
Weltreise befand.
Ein Einheimischer zog die Teilnehmer mittels eines
Geländewagens und Trailers durch die Pfütze. Leider war unser Wagen zu groß
dafür (der Trailer hatte seitliche Bordwände). Eine Aussie mit dem gleichen Fahrzeugmodell
hatte dasselbe Problem.
Gut, wenn wir schon nicht drüber hinwegkommen, müssen wir
halt durch.
Das schlimmste was uns passieren konnte war ein
Wasserschlag, d.h. der Motor saugt Wasser an, welches sich nur bedingt
komprimieren lässt und die Kolben sind hinüber.
Wir bauten wir den Luftfilter aus, verstopften den
Ansaugkanal und spannten eine Plane, die uns der Aussie freundlicherweise zu
Verfügung stellte, als eine Art Bugschild vor den Wagen.
So aufgerüstet ließen
wir uns von dem Geländewagenscout durch den ansteigenden Fluss ziehen.
Natürlich zuerst der Aussie, wir wollten schließlich
wissen ob die Konstruktion funktioniert. Nach ein paar min die Bestätigung.
Also ab durch die Mitte, wir waren schließlich
die Letzten ohne Fahrschein.
Wie gesagt der Pegel stieg, es waren so
schätzungsweise um die 70-80cm – jedenfalls was der Wagen bis fast zu den
Seitenblinkern unter Wasser. Dann kam die Bugwelle unseres Zufahrzeuges und das
was dann zuviel. Diese schwappte über die Motorhaube und das Wasser floss schön
durch die Heizungskanäle in den Innenraum
- und… versenkt.
Nachdem wir das andere Ufer erreicht hatte,
Schadensanalyse. Punkt 1: Der Wagen lief. Also hatte der Motor keine Wasser in
den falschen Hals … ähm Kanal bekommen. Wir kamen wir erst einmal weiter. Nur
die Airbagkontrollleuchte brannte. Wahrscheinlich hatte der Sensor unterm Sitz
doch etwas Wasser abbekommen.
Wir schöpften noch grob das Wasser aus dem Wagen
und fuhren zu unserem nächsten Etappenziel Charters Towers. Dort kamen wir so
gegen 22 Uhr an.
Der Motelbetreiber besaß zu Glück einen Nasssauger und wir
legten eine Nachtschicht ein und den Wagen weiter trocken. Den Tag beschlossen
wir dann mit ´nem Bier und Bacardi Breezer.
Witzige Anekdote unterwegs. Nach unserem Ausflug in die Nasszonen
wurde nach uns die Straße gesperrt.
Als uns etwas später ein Wagen entgegenkam, fühlten wir
uns ein wenig verpflichtet den Zeitgenossen über den bald vorzufindenden
Straßenzustand zu informieren Dieser grinste, gab uns erst den Daumen und dann
Gas. Klar mit ´nem Geländewagen hatte er auch gut lachen. Uns war jedenfalls
nicht danach – zumindest jetzt noch nicht.
Aus der ursprünglichen Route mit knapp 800 km wurden dank
der Umleitung über 900km.
und das an meinem Geburtstag ;)
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