Wie alles begann


Im Januar 2008 begab es sich, dass sich unsere Clique in unserer damaligen Stammkneipe zusammenfand, wobei Matze´s letzter Urlaub nach Südafrika ausgewertet wurde.

In diesem Gespräch äußerte ich mich leichtsinnigerweise dahingehend, dass Südafrika jetzt nicht unbedingt zu meinen Topzielen zählte und ich dann doch eher nach Australien fliegen würde.

Diese Aussage fand dann Matze recht verlockend und wir vereinbarten in einem Jahr diese Tour anzugehen.

Es muss dazu gesagt werden, dass ich mich bis zu diesem Zeitpunkt aus Europa nicht hinausbewegt und das Fliegen bisher nur die Treppe herunter praktiziert hatte. Tja, aus dieser Nummer kam ich wohl nicht mehr raus.

Es begannen Wochen der Vorbereitung mit Streckenplanung, Buchungen, Visa, Reisegepäck, etc.

Daher der Arbeitstitel.

Oussies @ work

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Sonntag, 12. Juni 2016

27.01.09 Mount Isa – Charters Towers




Kurz nach Cloncurry … nein, kein Anbaugebiet für gentechnisch veränderte Gewürze… war die Straße gesperrt. 

Wir bogen auf den Landsborough Highway alias Matilda Hwy. nach Süden ab.




Auf unserem Weg kamen wir durch die bekannte Stadt … äähm Ortscaft .. McKinlay.  Hier steht das berühmte Walkabout Creek Hotel, welches im Film Crocodile Dundee als Kulisse diente. Die Ortschaft an sich …  naja, sehr übersichtlich – jenes besagte Hotel, eine Tankstelle und ein streunender Köter.




Die Strecke nach Winton fuhr sich ja soweit ganz gut, nur mussten wir dann irgendwann mal wieder Richtung Norden.  

In Winton suchten wir erst einmal die lokale Touristeninformation auf, um uns über die weitere Strecke und aktuelle Wasserlage schlau zu machen. Die Route nach Hughenden schien uns geeignet.

Die Aussage der Information war, dass es zwar Überschwemmungen gibt, aber wir es einfach probieren sollten.  

Vor dem Besucherzentrum fiel uns ein Mitsubishi Lancer auf, der anscheinend das gleiche Routenproblem hatte. Wir sagten uns wenn der durchkommt schaffen wir das auch.
Aber vorher noch schnell was zum verspäteten Mittag einwerfen und  dem Mitsubishi einen Vorsprung geben.

Die Straße hatte eher den Charme eines besseren Feldweges.





An einem Wasserloch kam uns ein Truck entgegen. Wir warteten natürlich artig. Anschließend brüllte uns der Truker irgndwas von einem tieferen Loch inmitten der „Pfütze“.
Wir fuhren langsam und vorsichtig durch und … fanden es.  



Nach rund 200 km mit diversen Flussdurchquerungen erreichten wir Hughenden.

Wieder auf der ursprünglichen Route mit dem Gedanken,das Schlimmste überstanden zu haben, blockierter eine riesige Wasserlache die Straße. Es standen schon einige Fahrzeuge vor dem Hindernis. 

Beim Warten vor dem Wasserloch kam man mit den Leuten ein wenig ins Gespräch u.a. mit einem österreichischen Päärchen, das sich auf einer Weltreise befand.




Ein Einheimischer zog die Teilnehmer mittels eines Geländewagens und Trailers durch die Pfütze. Leider war unser Wagen zu groß dafür (der Trailer hatte seitliche Bordwände). Eine Aussie mit dem gleichen Fahrzeugmodell hatte dasselbe Problem. 







Gut, wenn wir schon nicht drüber hinwegkommen, müssen wir halt durch.

Das schlimmste was uns passieren konnte war ein Wasserschlag, d.h. der Motor saugt Wasser an, welches sich nur bedingt komprimieren lässt und die Kolben sind hinüber. 

Wir bauten wir den Luftfilter aus, verstopften den Ansaugkanal und spannten eine Plane, die uns der Aussie freundlicherweise zu Verfügung stellte, als eine Art Bugschild vor den Wagen. 



So aufgerüstet ließen wir uns von dem Geländewagenscout durch den ansteigenden Fluss ziehen. 

 Natürlich zuerst der Aussie, wir wollten schließlich wissen ob die Konstruktion funktioniert. Nach ein paar min die Bestätigung. 

Also ab durch die Mitte, wir waren schließlich  die Letzten ohne Fahrschein. 

Wie gesagt der Pegel stieg, es waren so schätzungsweise um die 70-80cm – jedenfalls was der Wagen bis fast zu den Seitenblinkern unter Wasser. Dann kam die Bugwelle unseres Zufahrzeuges und das was dann zuviel. Diese schwappte über die Motorhaube und das Wasser floss schön durch die Heizungskanäle in den Innenraum  - und… versenkt. 








Nachdem wir das andere Ufer erreicht hatte, Schadensanalyse. Punkt 1: Der Wagen lief. Also hatte der Motor keine Wasser in den falschen Hals … ähm Kanal bekommen. Wir kamen wir erst einmal weiter. Nur die Airbagkontrollleuchte brannte. Wahrscheinlich hatte der Sensor unterm Sitz doch etwas Wasser abbekommen. 

Wir schöpften noch grob das Wasser aus dem Wagen und fuhren zu unserem nächsten Etappenziel Charters Towers. Dort kamen wir so gegen 22 Uhr an. 

Der Motelbetreiber besaß zu Glück einen Nasssauger und wir legten eine Nachtschicht ein und den Wagen weiter trocken. Den Tag beschlossen wir dann mit ´nem Bier und Bacardi Breezer.



Witzige Anekdote unterwegs. Nach unserem Ausflug in die Nasszonen wurde nach uns die Straße gesperrt.    
Als uns etwas später ein Wagen entgegenkam, fühlten wir uns ein wenig verpflichtet den Zeitgenossen über den bald vorzufindenden Straßenzustand zu informieren Dieser grinste, gab uns erst den Daumen und dann Gas. Klar mit ´nem Geländewagen hatte er auch gut lachen. Uns war jedenfalls nicht danach – zumindest jetzt noch nicht.

Aus der ursprünglichen Route mit knapp 800 km wurden dank der Umleitung über 900km.

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