Wie alles begann


Im Januar 2008 begab es sich, dass sich unsere Clique in unserer damaligen Stammkneipe zusammenfand, wobei Matze´s letzter Urlaub nach Südafrika ausgewertet wurde.

In diesem Gespräch äußerte ich mich leichtsinnigerweise dahingehend, dass Südafrika jetzt nicht unbedingt zu meinen Topzielen zählte und ich dann doch eher nach Australien fliegen würde.

Diese Aussage fand dann Matze recht verlockend und wir vereinbarten in einem Jahr diese Tour anzugehen.

Es muss dazu gesagt werden, dass ich mich bis zu diesem Zeitpunkt aus Europa nicht hinausbewegt und das Fliegen bisher nur die Treppe herunter praktiziert hatte. Tja, aus dieser Nummer kam ich wohl nicht mehr raus.

Es begannen Wochen der Vorbereitung mit Streckenplanung, Buchungen, Visa, Reisegepäck, etc.

Daher der Arbeitstitel.

Oussies @ work

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Sonntag, 12. Juni 2016

28.01.09 Charters Towers - Cairns



Die Nachschicht hatte etwas Erfolg. Aber so richtig trocken was der Hocker immer noch nicht. Die Scheiben und Scheinwerfer waren noch ein wenig beschlagen. Mit offenen Fenstern ging es mit unserem Feuchtbiotop nach Townsville 

Da wir ja immer noch mit der leuchtenden Airbaglampe unterwegs waren und zudem sich auch noch der Hinweis des nächsten Service´s gesellte, wollten wir dann doch mal bei der Mietwagenstation in Townsville vorbeischauen.

Es folgte eine Diskussion mit dem Mietwagenverleiher, dass wir nicht durch Flüsse hätten fahren dürfen. Wir flunkerten ein wenig und sagten, dass der Parkplatz unter Wassers stand – was ja prinzipiell auch stimmte nur halt eine Tag früher. Jedenfalls einigten wir uns  und wir bekamen einen anderen Wagen. Allerdings hatte dieser wohl auch schon etwas viel Wasser gesehen – jedenfalls war auch ein Scheinwerfen beschlagen und er Teppich etwas wellig. Egal.

Nun regnete es auch in Townsville. Die hundert Meter vom Flughafen bis zum Parkplatz reichten aus, dass ich bis auf die Socken nass wurde und dabei hatte ich noch nicht mal welche an. Matze blieb natürlich im trockenen Flughafengebäude. Es reicht ja auch aus, wenn einer nass wird… und im Wasserlauf hatte ich ja schon Übung. 

Ohne weitere Vorkommnisse erreichten wir Cairns, obwohl das Wetter dem „Sunshine State“ nicht unbedingt gerecht wurde. 











27.01.09 Mount Isa – Charters Towers




Kurz nach Cloncurry … nein, kein Anbaugebiet für gentechnisch veränderte Gewürze… war die Straße gesperrt. 

Wir bogen auf den Landsborough Highway alias Matilda Hwy. nach Süden ab.




Auf unserem Weg kamen wir durch die bekannte Stadt … äähm Ortscaft .. McKinlay.  Hier steht das berühmte Walkabout Creek Hotel, welches im Film Crocodile Dundee als Kulisse diente. Die Ortschaft an sich …  naja, sehr übersichtlich – jenes besagte Hotel, eine Tankstelle und ein streunender Köter.




Die Strecke nach Winton fuhr sich ja soweit ganz gut, nur mussten wir dann irgendwann mal wieder Richtung Norden.  

In Winton suchten wir erst einmal die lokale Touristeninformation auf, um uns über die weitere Strecke und aktuelle Wasserlage schlau zu machen. Die Route nach Hughenden schien uns geeignet.

Die Aussage der Information war, dass es zwar Überschwemmungen gibt, aber wir es einfach probieren sollten.  

Vor dem Besucherzentrum fiel uns ein Mitsubishi Lancer auf, der anscheinend das gleiche Routenproblem hatte. Wir sagten uns wenn der durchkommt schaffen wir das auch.
Aber vorher noch schnell was zum verspäteten Mittag einwerfen und  dem Mitsubishi einen Vorsprung geben.

Die Straße hatte eher den Charme eines besseren Feldweges.





An einem Wasserloch kam uns ein Truck entgegen. Wir warteten natürlich artig. Anschließend brüllte uns der Truker irgndwas von einem tieferen Loch inmitten der „Pfütze“.
Wir fuhren langsam und vorsichtig durch und … fanden es.  



Nach rund 200 km mit diversen Flussdurchquerungen erreichten wir Hughenden.

Wieder auf der ursprünglichen Route mit dem Gedanken,das Schlimmste überstanden zu haben, blockierter eine riesige Wasserlache die Straße. Es standen schon einige Fahrzeuge vor dem Hindernis. 

Beim Warten vor dem Wasserloch kam man mit den Leuten ein wenig ins Gespräch u.a. mit einem österreichischen Päärchen, das sich auf einer Weltreise befand.




Ein Einheimischer zog die Teilnehmer mittels eines Geländewagens und Trailers durch die Pfütze. Leider war unser Wagen zu groß dafür (der Trailer hatte seitliche Bordwände). Eine Aussie mit dem gleichen Fahrzeugmodell hatte dasselbe Problem. 







Gut, wenn wir schon nicht drüber hinwegkommen, müssen wir halt durch.

Das schlimmste was uns passieren konnte war ein Wasserschlag, d.h. der Motor saugt Wasser an, welches sich nur bedingt komprimieren lässt und die Kolben sind hinüber. 

Wir bauten wir den Luftfilter aus, verstopften den Ansaugkanal und spannten eine Plane, die uns der Aussie freundlicherweise zu Verfügung stellte, als eine Art Bugschild vor den Wagen. 



So aufgerüstet ließen wir uns von dem Geländewagenscout durch den ansteigenden Fluss ziehen. 

 Natürlich zuerst der Aussie, wir wollten schließlich wissen ob die Konstruktion funktioniert. Nach ein paar min die Bestätigung. 

Also ab durch die Mitte, wir waren schließlich  die Letzten ohne Fahrschein. 

Wie gesagt der Pegel stieg, es waren so schätzungsweise um die 70-80cm – jedenfalls was der Wagen bis fast zu den Seitenblinkern unter Wasser. Dann kam die Bugwelle unseres Zufahrzeuges und das was dann zuviel. Diese schwappte über die Motorhaube und das Wasser floss schön durch die Heizungskanäle in den Innenraum  - und… versenkt. 








Nachdem wir das andere Ufer erreicht hatte, Schadensanalyse. Punkt 1: Der Wagen lief. Also hatte der Motor keine Wasser in den falschen Hals … ähm Kanal bekommen. Wir kamen wir erst einmal weiter. Nur die Airbagkontrollleuchte brannte. Wahrscheinlich hatte der Sensor unterm Sitz doch etwas Wasser abbekommen. 

Wir schöpften noch grob das Wasser aus dem Wagen und fuhren zu unserem nächsten Etappenziel Charters Towers. Dort kamen wir so gegen 22 Uhr an. 

Der Motelbetreiber besaß zu Glück einen Nasssauger und wir legten eine Nachtschicht ein und den Wagen weiter trocken. Den Tag beschlossen wir dann mit ´nem Bier und Bacardi Breezer.



Witzige Anekdote unterwegs. Nach unserem Ausflug in die Nasszonen wurde nach uns die Straße gesperrt.    
Als uns etwas später ein Wagen entgegenkam, fühlten wir uns ein wenig verpflichtet den Zeitgenossen über den bald vorzufindenden Straßenzustand zu informieren Dieser grinste, gab uns erst den Daumen und dann Gas. Klar mit ´nem Geländewagen hatte er auch gut lachen. Uns war jedenfalls nicht danach – zumindest jetzt noch nicht.

Aus der ursprünglichen Route mit knapp 800 km wurden dank der Umleitung über 900km.

26.01.09 Tennant Creek - Mount Isa



Da wir nun nicht wussten, wie die Zeiten des Pendelverkehrs geregelt waren und wo genau die Sperrung begann, wollten wir nichts riskieren und fuhren früh    sehr früh los.
 
Kurz nach Tennant Creek kamen wir an die Kreuzung Threeways. Über den weiteren Streckenverlauf müssten wir echt kurz überlegen. Wir hatten schließlich drei Möglichkeiten. Aber zum Glück hatten wir ja Navi. 
Nach gar nicht allzu langer Fahrt kamen wir an ein Roadhouse und die Beschilderung sagte uns, wir haben unser ersten Tagesziel, die Straßensperre, erreicht, und das rechtzeitig, um nicht zu sagen viel zu früh.




Wir hatten gute 5 Stunden totzuschlagen, bis unsere Richtung freigegeben werden würde. Bei doch recht sonnigem Wetter gammelten wir auf dem Parkplatz mal im Auto mal in der Raststätte oder im Freien rum. Es war so spannend, wie die Übertragung der Schachmeisterschaften im Radio. Nach einiger Zeit versuchte mit den einheimischen Tierchen Freundschaft zu schließen. Und je weiter die Zeit voranschritt, umso ungeduldiger wurden wir. 





Und dann war es soweit und der Weg nach Osten öffnete sich. 

Hier konnten wir nun die Folge des Wetters und den Grund unseres unfreiwilligen Aufenthaltes sehen. Die Straße war tatsächlich nur auf einer Spur befahrbar. Als bildlicher Vergleich hatte ich Riesennager vor Augen, die die Fahrbahn auf gesamter Länge angefressen hatten.



 

Zwischendurch mehrten sich die Wasserläufe neben und auf der Straße.




sunshine state... hehe, echt witzig




Auf dem weiteren Weg kurz vor Mount Isa ereilte uns dann noch ein Gewitterschauer. Es goss wie aus Eimern, doch nach ein paar Minuten war alles vorbei. Mein Kommentar dazu: War das alles!? – Nun, vielleicht hätte ich doch mein loses Mundwerk halten sollen.  
 
 




Die Intensität dieses leichten Regenschauers, der einer Klospülung gleich kam, veranlasste uns einen Regengott ins Spiel zu bringen und den nannten wir: Ferguson – in Anlehnung an Al Bundy´s Toilette - bap whoosh.



Kaum im Hotel in Mt. Isa eingecheckt brach das nächste Gewitter über uns herein und hatte zudem noch einen Stromausfall zur Folge.



Aber auch dieses war nicht von langer Dauer. So entschieden wir uns zu abendliche Nahrungsaufnahem das Hotel nochmals zu verlassen. Clevererweise hatten wir den Wagen auf dem Hotelparkplatz abgestellt, der sehr schön etwas unterhalb des Straßenniveaus ringsum betoniert und hochgemauert war. Dieses Bassin bietet bei solchem Platzregen vielfältige Möglichkeiten an und in sein Fahrzeug zu kommen. Das Wasser stand bis zur unteren Türkante des Autos. Einen cm höher und wir hätten ein Schwimmbad im Fahrzeug gehabt. Da bekommt doch der Begriff Poolfahrzeug eine völlig neue Bedeutung. 

Ich war natürlich der Depp der dorthin waten durfte – ich wusste nicht, dass ich eine Kneippkur mitgebucht hatte.

Es folgte eine Rundtour durch die Stadt auf der Suche nach was Essbarem. Doch Fehlanzeige. Der noch immer anhaltende Stromausfall machte uns da einen Strich durch die Rechnung, sicherlich weil die Küche  kalt blieb, aber eher noch, weil wir die Lokale nicht fanden, war ja kaum was von außen erkennbar, ohne Leuchtreklame.


Mount Isa selbst ist eine Bergbaustadt mit bedeuten Erzlagerstätten wie Kupfer, Blei und Zink, und nebenbei fällt wohl auch noch etwas Gold und Silber mit ab.
Sehenswürdigkeiten … naja .. und im Dunkeln schon gar nicht.
 
Also zurück zum Hotel und diesmal ließen wir den Wagen auf der Straße stehen, sodass für den Fall, das Wasser gleich durchrauschen konnte. Mittlerweile war auch der Strom wieder da, sodass wir doch noch zu einem Essen kamen.